Neubeginn nach dem Krieg

Am 26. November 1945 nahmen die Gesellen unter der Leitung von Präses Vikar Meier das Vereinsleben wieder auf, nun unter dem Titel Kolpingsfamilie. Erster Senior nach dem Krieg war Bernhard Vilain. Das Programm ähnelte den Aktivitäten vor 1933. Zum Beispiel wurde bereits 1949 wieder Theater gespielt. Aber vor allem ist aus den Protokollen der Versammlungen erkennbar, dass der Verein bemüht war, seinen Mitgliedern bei der sozialen, religiösen und vor allem politischen Orientierung in einer jungen Republik Hilfestellungen zu geben. So gab es zahlreiche Vorträge zu zeitaktuellen Fragen, zum Beispiel zur Neuordnung des Schulwesens, zur Gestaltung des Jugendschutzgesetzes, zum „Verteidigungsbeitrag" der jungen BRD gegen die Bedrohung aus dem Osten, zur Wichtigkeit der Teilnahme an Wahlen oder auch zum Thema „Der Mensch im Staate".

Das Bild aus dem Jahr 1954 ...

zeigt Aktive der Kolpingsfamilie mit der Jubiläumsschleife am Revers.

Ein Augenmerk galt weiterhin der beruflichen Bildung, aber auch allgemeine Wissensvermittlung wurde betrieben. Kirchliche Feiertage, Familienfeste, Tanzveranstaltungen und'Ausflüge komplettierten das Programm.

Zum 50-jährigen Jubiläum 1954 zählte der Verein 103 Mitglieder, das waren weiterhin ausschließlich junge Männer. Hinzu kamen 110 Ehrenmitglieder. Ab 1951 übernahm Pfarrer Herding das Amt des Präses. Robert Gerwers führte die Kolpingsfamilie als Senior in das Jubiläumsjahr. Das Jubiläum selbst wurde unter anderem mit einem großen Handwerkerumzug gefeiert. Bei den Feierstunden spielte die Instrumentalgruppe Kolping, die sich 1953 gegründet hatte.

Die Kolpingsfamilie im Jubiläumsjahr 1954 ...

auf der Freitreppe des Schlosses.

Bilder vom großen Handwerkerumzug 1954

Bald hier zu lesen: Zeit der Veränderungen (1954 - 1979)